STARS & STERNCHEN - Klaus Milde

06.04.2021

In unserer neuen Rubrik „Stars und Sternchen des BV Tröbitz“ werden wir Interviews mit aktiven und ehemaligen Spielern, Wegbegleitern und Unterstützern führen und sie hier veröffentlichen. Den Anfang dieser Reihe macht unser Vereinsmitglied Klaus Milde, den wir zum Anlass seines 80igsten Geburtstages befragen durften.

Lieber Klaus, zunächst noch einmal alles Gute und viel Gesundheit zu deinem Jubiläum! Wir freuen uns sehr, dass du uns an deinen Ergebnissen und Lebensereignissen rund um den Federball-/Badmintonsport teilhaben lässt.

Wie bist du zum Badminton gekommen?
Rudi Richter hat 1980 eine Freizeitgruppe mit ehemaligen Badmintonspielern im BV Tröbitz gegründet. Es wurden von ihm auch interessierte Freizeitsportler angesprochen, um eine größere Sportgruppe zu bilden. Dazu gehörten auch Ehepartner von den ehemaligen aktiven Spielern.
Die Freizeitsportgruppe traf sich immer mittwochs und im Juli/August war Sommerpause. In der ersten Zeit bin ich zum Training nicht mit nach Tröbitz gefahren. Nach dem Freizeitsport hat meist in der Gaststätte ein gemütlicher Abschluss der Veranstaltung stattgefunden. An diesen Tagen saß ich abends immer alleine vor dem Fernseher und musste auf Heidi warten. Durch diese Situation fasste ich den Entschluss auch aktiv am Freizeitsport Badminton teilzunehmen. Außerdem hatte ich zu dieser Zeit keine sportlichen Freizeitaktivitäten. Auch Rudi und Christel Richter haben mich dazu überzeugt. Der Anfang beim Badminton in der Mittwochrunde war für die „Nichtaktiven“ sehr schwer. Wir waren für die ehemaligen Aktiven keine richtigen Gegner. Auch eine richtige Einführung hat für uns nicht stattgefunden, so dass wir uns alles abgucken mussten. Ab und zu bekamen wir einige Hinweise. Für uns „Nichtaktive“ waren deshalb auch nur die Spielfelder III und IV vorgesehen. Rudi sorgte ab und zu dafür, dass wir Nichtaktiven mal ein Spiel mit den Spezialisten machen durften. Zum Abschluss vor der Sommerpause fand immer ein Doppelturnier statt. Um die Spielstärke etwas anzugleichen, wurde den ehemaligen Aktiven immer ein Nichtaktiver zugelost. Nach dem Turnier wurde die Saison mit einem gemütlichen Zusammensein abgeschlossen. Obwohl es etwas dauerte, bis ich mich mit Badminton angefreundet hatte, kann ich Jedem das Spiel mit dem Federball als Freizeitsport empfehlen. Man braucht den inneren Schweinehund, der gegen eine sportliche Betätigung ist, nicht überwinden. Der Federball treibt den Spieler über das Spielfeld und man merkt die Belastung nicht.


Mit welchen Trainingspartnern hast du gespielt und an welchen Wettkämpfen hast du teilgenommen?
Die Mittwochsrunden waren in den ersten Jahren sehr groß, so dass man oft auf der Bank auf ein freies Spielfeld warten musste. Die Wartezeit wurde mit Gesprächen auf der Bank überbrückt und es kam dann auch jeder zu seiner Einsatzzeit. An einigen Wettkämpfen habe ich auch teilgenommen. Als Quereinsteiger mit 40 Jahren kann man gegen aktive Spieler nicht gewinnen, denn sie sehen sofort die Schwachstellen und nutzen sie aus. Durch die vielen eigenen Fehlern hilft auch keine Kondition.

Du bezeichnest dich ja als Späteinsteiger – welchen Sport hast du vorher betrieben?
In der Schulzeit habe ich mich in der Freizeit im Ort und in der Schule sportlich im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten betätigt. Ein richtiges aktives Training hat nicht stattgefunden. Sportliche Aktivitäten waren: - Feldhandball mit Wettkämpfen mit einer Mannschaft aus Wahrenbrück - Turnen mit den jährlichen Kreismeisterschaften in Elsterwerda. Einmal hat sogar unsere Gruppe gewonnen. Das damalige Turnen kann man nicht mit dem heutigen Training in dieser Altersklasse vergleichen. - Tischtennis im Pionier- und Jugendzimmer vom Ort - im Sommer Fußball auf dem Feuerwehrplatz - Skilaufen und bei zugefrorenen, überschwemmten Wiesen Eishockey In der Studienzeit an der TU Dresden habe ich ein Jahr an einem Judolehrgang teilgenommen. Weiter ist unsere Seminargruppe jedes Jahr bei den Studentenmeisterschaften im Kleinfeldhandball angetreten. Nach dem Studium war die Zeit für sportliche Aktivitäten durch den Hausumbau, ein Fernstudium und Betreuung vom Sohn sehr knapp. Am Anfang meiner Beschäftigung bei IMPULA in Elsterwerda bin ich ca. 15 Jahre jeden Tag bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren (insgesamt ca. 30km).

In dieser für uns alle ungewohnten Coronazeit ist alles etwas anders – Wie hältst du dich aktuell fit?
Die körperliche Betätigung beschränkt sich zurzeit auf Gartenarbeiten und Reparaturen am Haus. Im Frühling möchte ich wieder Touren mit dem Fahrrad unternehmen. Besonders wichtig für mich ist, dass ich in der Coronazeit Aufträge für die Konstruktion von Nähvorrichtungen für Nähautomaten von der Firma Elstermode erhalten habe. Durch diese Konstruktionsarbeiten änderte sich der Tagesablauf und ich wurde auch geistig gefordert. Weiter hoffe ich, dass im zweiten Halbjahr 2021 der Vereinssport in der Sporthalle wieder möglich ist.

Wie hältst du dich im Alter fit und welche Empfehlungen kannst du geben?
Im Rentenalter darf man nicht rasten und ruhen. Auf die Rentenzeit muss man gut vorbereitet sein. Dazu gehören außerhalb der Familie ein schönes Hobby, Freunde, Mitgliedschaft in Vereinen und sich in die Wohnortgemeinschaft einzubringen. Eine sportliche Betätigung sollte keinen Zwang im Alter ausüben, so dass kein „innerer Schweinehund“ überwunden werden muss. Bewegung und Freude am Sport und nicht Spitzenleistungen sollen das Ziel sein. Dafür ist Badminton als Freizeitsport besonders geeignet und bereitet viel Freude. Vom Federball wird man über das Spielfeld bewegt ohne die Anstrengungen besonders zu merken. Für mich ist es im Alter besonders wichtig, dass ich neben der körperlichen Belastung auch geistig ansprechende Aufgaben erfüllen kann. Dafür sind die Konstruktionsaufgaben, die ich immer wieder bekomme und bekommen habe, besonders wichtig. Konstrukteur war und ist für mich Beruf und Hobby. Der Aufgabenbereich waren Melkanlagen, Rollbehälter für die Post, Baugruppen für Landmaschinen und jetzt Nähvorrichtungen für Nähautomaten. So sind bis jetzt bei mir 52 Jahre Tätigkeit in der Konstruktion in verschiedenen Bereichen zusammengekommen, die mich geistig fit halten.

Ständig sind wir auch sehr daran interessiert uns für die Zukunft rund um den BV Tröbitz vorzubereiten und uns an den Bedürfnissen der Interessierten zu orientieren. Hast du Ideen und Vorstellungen, wie sich das Badmintonspielen für Jedermann im BV Tröbitz darstellen könnte?
Durch Corona war 2020 bis jetzt kein Training für Freizeitsportler im Badminton in der Sporthalle in Tröbitz möglich. Gegenüber der Anfangszeit (1980 bis 1995) hat die Teilnehmerzahl der Freizeitsportler der Badmintongruppe stark abgenommen. Dazu hat auch der lange Umbau der Sporthalle in Tröbitz beigetragen. In Tröbitz ist der Niveauunterschied durch ehemalige aktive Spieler sehr groß. Wenn nur wenige Spieler an der Mittwochsrunde teilnehmen, macht das Spielen durch die Unterschiede für die „Laien“ keinen richtigen Spaß. Um die Mittwochsrunde nach der Coronazeit wieder zu aktivieren und wieder Mitglieder für den Verein zu gewinnen, mache ich folgenden Vorschlag, den ich auch von meinen ersten Schritten auf dem Spielfeld ableite. - Schnupperkurs von ca. 4 Wochen für Interessierte - aktive Begleitung und Einweisung durch Verein Die Einweisung ist deshalb nötig, da der Spaß am Spiel sich nicht sofort einstellt. Bei den ersten Problemen und Enttäuschungen sollte die Flinte ja nicht gleich ins Korn geworfen werden. Deshalb werden Informationen über Schlagtechnik, Spielregeln und auch Eingewöhnungszeit benötigt. Gegenüber dem Federball im Urlaub ändert sich das Spiel bei Badminton sehr. Man spielt jetzt auf dem Spielfeld gegeneinander und nicht mehr miteinander. An diese Spielweise müssen die „Neuen“ herangeführt werden, um sie für diese sportliche Betätigung zu animieren.
Interview vom 06.04.2021

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